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  • AutorenbildJulia Moldenhauer

Ausgeschnitten – Nachdenklich – Abwechslungsreich



Zum Titel


Der Erzählband „Polarstation“ von Florian Schneider wurde 2022 im Verlag Periplaneta veröffentlicht. Das Buch ist in kartoniertem Einband erschienen und umfasst 156 Seiten.

Zum Inhalt In zwanzig kurzen Geschichten entwirft Florian Schneider Momentaufnahmen aus dem Leben verschiedenster Menschen, deren Alltag aus den Fugen gerät oder unbemerkt seit langer Zeit Risse bekommen hat. Im Mittelpunkt steht das Zwischenmenschliche, aber auch innere Auseinandersetzungen und Selbstreflexion.

Rezension Ich muss zugeben, das Genre der Essays und Kurzgeschichten ist nicht unbedingt eins meiner liebsten. Ich stelle nicht den Anspruch, dass Geschichten einen Schluss haben oder von allen Seiten beleuchtet werden müssen, ich schätze tatsächlich auch ungewisse Enden. Ich bleibe vielleicht einfach gern gedanklich und emotional länger bei einer Figur, mache mich gern vertraut. In Florian Schneiders Erzählungen habe ich nun den seltenen Fall erlebt, dass ich mich in der Kürze von teilweise lediglich einer Seite einlassen konnte und mich dann auch wieder gut aus der Handlung lösen konnte. Was sonst ein unangenehmes Wechselbad der Gefühle für mich ist, konnte mich hier begeistern. Weil es sprachlich meinen Geschmack getroffen hat, weil ich die melancholischen, poetischen Töne mochte, weil die Geschichten pointiert waren und somit einigen Spielraum für Interpretationen und alternative Versionen ließen... Ich kann nicht genau sagen, was es im Detail war, aber ich habe an jeder Geschichte etwas finden können, was mich angesprochen hat. Ein empfehlenswerter Erzählband also, der trotz aller Krisen, die der Autor seine ProtagonistInnen durchleben lässt, weder schwermütig noch entmutigend ist. Unter klarem, ruhigem Blick stellt sich das Innenleben der Charaktere dar, ohne Bewertung, Abschweifungen und Fabulierungen, das überlässt der Autor der Betrachtungsweise und Fantasie der Leserinnen und Leser, denn diese kurzen Ausschnitte entwickeln im Kopf ein "Davor" und "Danach".


Zum Verlag Periplaneta ist ein unabhängiger Verlag mit Sitz in Berlin, der 2007 gegründet wurde. Der Name „Periplaneta“ bedeutet, aus dem Griechischen übersetzt, „um den Planeten“, ist aber auch der zoologische Oberbegriff für flugfähige Großschaben. Die Amerikanische Großschabe ist das Markenzeichen des Symbols, es symbolisiert Anpassungsfähigkeit und Überlebensstrategien in sich verändernder Umgebung. Zum Verlagsprogramm gehören neben haptischen Büchern auch die digitalen Ausgaben. Zusätzlich publiziert Periplaneta seit 2010 Musik-CDs und Hörbücher. Über das verlagseigene Studio und Label Silbenstreif werden Poetry-Clips, Podcasts, Video-Trailer und Hörbücher selbst produziert. Ein Schwerpunkt sind Multimedia- oder Crossmediaprodukte, also Bücher mit CD oder DVD als gegenseitige Ergänzung.

Neben der Edition Periplaneta für das Genre Belletristik verfügt der Verlag über verschiedene andere Editionen, beispielsweise zu den Genres Fantasy, Lyrik, Krimis, Comedy, Sachbücher, Kinder- und JugendbücherEin Imprint ist die im Januar 2013 gegründete Edition „Subkultur“, die vornehmlich Literatur und Musik unterschiedlicher Jugendkulturen veröffentlicht. Für den Verlag Periplaneta steht im Vordergrund, Literatur „elastisch“ zu verstehen und unterschiedliche Ansprüche und Sichtweisen aufzugreifen und widerzuspiegeln.

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